
Schulorganisation
Die Schule öffnet um 07:45 Uhr und beginnt um 08:15 Uhr.
Tagesablauf
Der Schultag beginnt in altersgemischten Lern-Stammgruppen der Jahrgänge 5/6, 7/8 und 9/10. Vor der Lernbüro-Zeit (siehe Abschnitt „Lernbüro”) treffen sich die Stammgruppen (dies wird in den ersten beiden Jahren nur eine sein), um in einer weiterführenden Variante des aus dem Grundschulalltag aufgegriffenen Morgenkreises aktuelle politische und gesellschaftliche Themen zu diskutieren. (hierzu vertiefende Ausführungen im Abschnitt „Demokratiepädagogik”).
Inklusion
Wir verstehen unter Inklusion die Überwindung der Ausgrenzung und die Sicherstellung der Beteiligung an Bildungsmöglichkeiten für alle Kinder. Dies bedeutet in der Realität, dass bei uns Kinder und Jugendliche mit besonderen Bedürfnissen zusammen mit Kindern und Jugendlichen mit besonderen Begabungen lernen.
In diesem Sinne sind folgende Abschlüsse möglich: Hauptschulabschluss, qualifizierter Hauptschulabschluss, Realschulabschluss und erweiterter Realschulabschluss (welcher den Übergang zum Gymnasium ermöglicht).
Mit Eintritt in den Schuljahrgang 8 wird unter Berücksichtigung des angestrebten Abschlusses sowie des aktuellen Leistungsniveaus ein individueller Lernweg festgelegt, der sowohl persönlich geplante als auch praktisch realisierbare Rahmenbedingungen berücksichtigt.
Ziel ist es, allen Lernenden einen reibungslosen Übergang in die weitere Ausbildung, das Erlangen einer Fachhochschul- oder Hochschulreife zu gewährleisten.
Individualisierung und Differenzierung in den Lernbüros
Soll Inklusion für alle Lernenden gelingen, muss das Differenzierungskonzept auch für alle Lernenden gemacht sein (Kegler2007, S. 24).
Es soll jedem Kind und Jugendlichen ermöglichen, sich in eigenem Tempo den Lerninhalten nähern zu können, auch die Vertiefung in einzelne Themen wird, je nach Interesse, unterschiedlich ausfallen. Während die Differenzierung an der Grundschule „Freie Schule Elbe-Havel-Land“ über Wochenpläne gesichert ist, wollen wir dies altersentsprechend in Lernbüros fortführen.
Das Lernbüro findet an jedem Tag in der Woche für mindestens zwei Stunden statt, in denen an den Bausteinen in Deutsch, Mathematik, Englisch und Naturwissenschaften gearbeitet wird. Ein Baustein besteht aus Lernpfaden und Karteikarten, die die Lernenden durch die Aufgaben und Arbeitsmaterialien des Faches leiten.
Die für die Lernbüros entwickelten Bausteine orientieren sich an den Inhalten und Kompetenzen der Rahmenlehrpläne des Landes Sachsen-Anhalt.
Im jeweiligen Lernbüro ist immer eine lernbegleitende Person anwesend, die unterstützt und motivierend zur Seite steht.
Durch die vorbereiteten Materialien (Lernbausteine) besteht die Möglichkeit, auf unterschiedlichen Niveaustufen (Schwierigkeitsgraden) in einem eigenen Lerntempo zu lernen. Somit kann man das eigene Lernvorhaben planen, durchführen und reflektierend abschließen. Im Lernbüro werden dafür die notwendigen Materialien bereitgestellt, mit deren Hilfe fachbezogenes Wissen selbstständig erarbeitet werden kann.
In einer wertschätzenden, ermutigenden und vertrauensvollen Lernumgebung steht am Ende nicht die Bewertung im Vordergrund; nichtsdestotrotz stehen am Ende eines Bausteins folgende Instrumente für die Leistungsrückmeldung zur Verfügung:
• Zertifikate
• Portfolios
• Kompetenzraster
• Bilanz- und Zielgespräche
Raumgestaltung der Lernbüros und Stammgruppenräume
Die Orte unserer Schule sollen Denk-, Lern- und Lebensräume sein. Das selbst ständige und auch handlungsorientierte Lernen braucht funktionale, aber auch ästhetische und kreative Orte.
Für die Ausstattung der Lernbüros gilt grundsätzlich, dass das Mobiliar sich verschiedenen Zwecken anpassen können muss.

Projektzeit
Die Projektzeit gliedert sich in drei Bereiche auf und findet an mindestens zwei verschiedenen Tagen im Anschluss an die Lernbüro-Zeit statt. Die leitende Lehrkraft eines Projekts ist verantwortlich für Input und Betreuung der Schülergruppen:
Projektzeit I:
Gesellschaftswissenschaften
In dieser Zeit erarbeiten sich die Lernenden in lehrplanbezogenen Längsschnitten zu historischen, geografischen und politischen Fragestellungen neues Wissen. Die Ergebnisse der Gruppenarbeiten werden in verschiedenen Lernprodukten (Ausstellungen, Vorträge, multimediale Produkte) am Ende einer Projekteinheit präsentiert.
Projektzeit II:
Naturwissenschaften
Mathematisch-naturwissenschaftliche themen- und fächerübergreifende Projekte anhand von Versuchen, Untersuchungen und Auswertungen unter Einbeziehung regionaler Strukturen und Naturräume.
Projektzeit III:
Themenoffen
Von Demokratie zu sprechen, ohne sie zu leben, ist unglaubwürdig.
Von daher lässt dieser Projektbereich Raum für das eigene Entscheiden. Themen für vertiefende Projekte können abseits jeglicher lernplanbezogenen Vorgaben freigewählt werden. Die betreuende Lehrkraft achtet lediglich auf die Rahmenbedingungen wie ein klar formuliertes Erkenntnisinteresse, faktenbasierte Recherche und die Form der Ergebnisdarstellung.
Praxisbezug – produktives Lernen
Als weiterführende Schule, gelegen in einer sehr ländlich geprägten Region, ist es uns wichtig, die Spezifika und Ressourcen unseres Standortes aufzugreifen, zu nutzen und positiv weiterzuentwickeln.
Je nach angestrebtem Schulabschluss möchten wir unseren Lernenden einen regelmäßigen und umfassenden Praxisbezug in Form von Kooperationen mit regionalen Betrieben anbieten.
Somit möchten wir nicht nur praxisorientiertes und erfahrungsbasiertes Lernen an außerschulischen Orten ermöglichen, sondern auch ein Angebot schaffen, welches Synergieeffekte hervorbringt und einen möglichen Beitrag zur positiven Weiterentwicklung unserer Region leistet. Eine regelmäßige Zusammenarbeit bzw. ein regelmäßiger Praktikumseinsatz der Lernenden ist einem einmaligen Praktikum von zwei Wochen in den meisten Fällen vorzuziehen.
Logbuch
Zur Unterstützung der Strukturierung des Schulalltags erhalten die Lernenden zu Beginn eines Schuljahres ein LOGBUCH, in welchem ein Jahresplaner mit allen wichtigen Terminen, ein Kalender sowie Platz für die Erfassung der Notizen zu den verschiedenen Lernbüros, Projektzeiträumen und Praxiseinsätzen, der Lernzielgespräche und auch Platz für weitere Notizen enthalten sind.
Tiergestützte Pädagogik
Die bereits vorhandenen Strukturen der Grundschule „Freie Schule Elbe-Havel-Land“ können hier synergetisch genutzt werden. Zum einen können Jugendliche, welche in Grundschulzeiten Kompetenzen und Wissen rund um die Tiere und deren Versorgung erworben haben, dies nun an Grundschulkinder weitergeben. Ebenfalls hilfreich kann die tiergestützte Pädagogik für Kinder mit Förderbedarf individuell genutzt werden, um sie in ihrer positiven Entwicklung zu unterstützen.
Mediennutzung und Digitalisierung
Wir leben heutzutage in einem von den Medien mitbestimmten Zeitalter. Umso wichtiger ist es, jungen Menschen ein tiefgreifendes Verständnis dieses Umstandes mit auf den Weg zu geben. Im Englischen existiert der passende Begriff „media literacy“, also die Fähigkeit, die Medien (kritisch) „lesen“ zu können. Dies gelingt vor allem dann, wenn digitale Medien gezielt für die Bildung eingesetzt werden, um ihre Vorteile zu nutzen. Genauso selbstverständlich sollte aber auch der Griff zum „analogen Nachschlagewerk“ sein. In den Lernbüros stehen kleine Fachbibliotheken sowie Computer, Laptops und Tablets zur freien Verfügung und ein vertiefender Ansatz zur Medienbildung findet sich in den Bausteinen der jeweiligen Lernbüros und auch in verschiedenen Phasen der Projektzeiten wieder.
Ein Medien- und Digitalisierungskonzept der weiterführenden Schule wird hierfür erarbeitet.
